Bonpflicht - Was Du alles wissen musst

Definition Bonpflicht

Rechtliche Hintergründe der Bonpflicht
Kassensicherungsverordnung (KassenSichV)
Technische Sicherheitseinrichtung (TSE)
Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen (GoBD)
Warum führte man die Bonpflicht ein?

Wer ist von der Bonpflicht betroffen?
Ausnahmen und Befreiungen für die Bonpflicht
- Befreiung für unzumutbare Bereiche: Hier ist es unzumutbar, einen Kassenbon auszustellen. Ein Beispiel dafür sind Unternehmen, die nicht persönlich oder durch Dritte mit ihren Kunden interagieren. Dazu zählen zum Beispiel Automatenverkäufe.
- Betriebe mit geringem Umsatz: Unternehmen die einen Jahresumsatz von 17.500 € nicht überschreiten, können von der Bonpflicht befreit werden und müssen ihren Kunden somit keinen Kassenzettel ausstellen.
- Dienstleistungen in Abwesenheit des Kunden: Für zum Beispiel Telekommunikationsdienste entfällt ebenfalls die Belegausgabepflicht.
Umweltfreundliche Alternativen zur Belegausgabe
Der größte Kritikpunkt an der Bonpflicht ist die Umweltbelastung, die durch die vielen ausgedruckten Bons entsteht. Um diesem Problem zu entgehen, gibt es mittlerweile eine umweltfreundliche Alternative zur Belegausgabe in Papierform. Hierfür wurde der digitale Kassenbon, auch E-Bon genannt, eingeführt. Diese Lösung ist umweltschonender und hat den Vorteil, dass Du weniger Platz in deinem Portemonnaie benötigst. Allerdings musst Du dich auch an die gesetzlichen Vorschriften der Belegausgabepflicht halten, wenn Du einen E-Bon ausstellst.
Verschiedene Varianten, eines digitalen Kassenbons:
- E-Bon über eine Smartphone-App: Du teilst Deine Mailadresse oder Handynummer mit und erhältst Deinen Kassenbeleg direkt als pdf-Datei auf Dein Handy
- Barcode: Du lässt den Barcode auf Deinem Handydisplay scannen und erhältst den Kassenbon nach der Bezahlung direkt in Deine App
- NFC-Chip oder QR-Code: Du bewegst Dein Smartphone über ein NFC-Gerät oder scannst den QR-Code und erstellst somit den Kassenbon direkt auf Deinem Handy
Eine weitere Möglichkeit für die Erstellung von Kassenzetteln stellt die Nutzung eines Thermobondruckers dar. Hierbei kann dank Thermopapier auf Tintenpatronen verzichtet werden. Das Thermopapier ist mit einem speziellen temperaturempfindlichen Material beschichtet, wodurch keine Druckfarben oder Ähnliches benötigt werden. Somit ist das Verfahren günstiger und umweltfreundlicher als Kassenzettel aus normalem Papier und Druckertinte. Der einzige Nachteil von Thermopapier liegt in der Haltbarkeit des Beleges. Thermo-Papierbelege bleichen gerade in der Sonne schnell aus und werden unleserlich.
Pflichtangaben auf einem Kassenbon
Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: Für steuerliche Zwecke sind diese Nummern notwendig. Die Steuernummer bekommst Du vom Finanzamt
Datum und Uhrzeit der Belegausstellung: Transaktionen werden so besser nachvollzogen
Artikelbeschreibungen und MengeZahlbetrag und Mehrwertsteuer: Die geltenden Steuersätze für jedes Produkt oder jede Dienstleistung sind hierbei zu beachten
Zahlungsart:Vermerke die gewählte Zahlungsart (Bargeld, Kreditkarte, EC-Karte)
Seriennummer des Kassensystems (EAZ-SerNr)
Seriennummer der TSE (TSE-SerNr)
Start- und Endzeitpunkt der Transaktion: Auf der TSE wird der Beginn, sowie das Ende einer Transaktion gespeichert
Transaktionsnummer: Für jede Transaktion wird durch das Aufzeichnungssystem eine fortlaufende Transaktionsnummer generiert.
TSE-Signatur: Auf jedem Beleg wird diese Signatur hinterlegt. Sie besteht aus Ziffern, Klein- und Großbuchstaben und Sonderzeichen. Sie enthält Informationen über Deine TSE
Bonpflicht FAQ
Welche Strafen drohen, wenn die Belegausgabepflicht missachtet wird?
Ein direktes Bußgeld, bei Verstoß oder Nichteinhaltung der Bonpflicht, ist vom Gesetzgeber nicht vorgesehen. Jedoch kann dies ein Indiz dafür sein, dass Du deiner Aufzeichnungspflicht nicht genügend nachkommst. Häufig droht nach einem entdeckten Verstoß eine Betriebsprüfung, bei der Unklarheiten aufkommen können. Im schlimmsten Fall ist es möglich, dass das Finanzamt eine Umsatzschätzung vornimmt, welche oft eine Steuernachzahlung nach sich zieht. Kurz gesagt: Kein Kassenbeleg = höheres Steuernachzahlungsrisiko.
Was ist der Unterschied zwischen einer Quittung und einem Kassenbon?
Quittungen und Kassenbons sind Dokumente, die den Kauf von Waren oder Dienstleistungen bestätigen. Sie haben verschiedene Funktionen.
Kassenbon:Diesen bekommst Du direkt nach dem Bezahlen an der Kasse. Er listet alle gekauften Artikel mit ihrem Einzel- und Gesamtpreis auf. Kassenbons werden für den Fall verwahrt, dass Du einen Artikel zurückgeben oder umtauschen kannst.
Quittung:Sie ist ein formelleres Dokument und bestätigt, dass eine Ware oder Dienstleistung bezahlt wurde. Bei größeren Beträgen oder bei Geschäften zwischen Privatpersonen wird diese verwendet. Eine Quittung enthält in der Regel den Namen des Zahlenden, den Namen des Zahlungsempfängers, den gezahlten Betrag und das Datum der Zahlung. Quittungen dienen als Beleg für eine Zahlung und können für rechtliche oder steuerliche Zwecke wichtig sein.
Kassenbonpflicht für Vereine - ja oder nein?
Wenn Dein Verein ein elektronisches Kassensystem nutzt, hast Du die Verpflichtung, die Bonpflicht und deren Vorgaben einzuhalten. Hierbei ist es egal, ob der Verein gemeinnützig ist oder nicht.



